Franz Jägerstätter – Widerstand aus dem Innviertel

Kennt ihr den gebürtigen Innviertler und Widerstandskämpfer Franz Jägerstätter? Der Mesner von Sankt Radegund im Innviertel, verweigerte damals den Dienst in der Deutschen Wehrmacht – das heißt, er wollte nicht für Hitler kämpfen. Dieser Widerstand kostete ihn sein Leben. Eine wahre Geschichte, die es sogar auf die Bühne schaffte …

Der oberösterreichische Bauer Franz Jägerstätter gab bei der Volksabstimmung über den Anschluss Österreichs die einzige Nein-Stimme in seinem Ort (St. Radegund) ab. Und am 1. März 1943 erhielt er die Einberufung zur Wehrmacht nach Enns und verweigerte dort den Kriegsdienst. Er wurde verhaftet und nach Berlin gebracht, dort verurteilte man ihn am 6. Juli wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode. In einem Auszug aus dem Feldurteil des Reichskriegsgerichts habe er gesagt, er könne nicht gleichzeitig Nationalsozialist und Katholik sein; das sei unmöglich. Zahlreiche Menschen, darunter Freunde, Familie, Kleriker und auch Nazis, redeten ihm zu, die Verweigerung zurückzunehmen und damit sein Leben zu retten. Der sture Bauer gab aber nicht nach. So wurde er am 9. August 1943 durch das Fallbeil hingerichtet.

Vom Widerstandskämpfer zum Märtyrer

Der gläubige Landwirt Franz Jägerstätter setzte mit seiner Verweigerung zum Kriegsdienst im Jahre 1943 ein Zeichen, das bis heute große Strahlkraft hat. Er wusste, dass die Entscheidung, nicht für Hitler zu kämpfen, sein Todesurteil sein würde. Seine Frau Franziska verstand die Motive ihres Mannes und hielt zu ihm. Auch als er tot und der Krieg schon längst vorbei war, musste sie sich immer wieder mit Anfeindungen und Unverständnis auseinandersetzen. Sie starb, als Hundertjährige im Jahr 2013. Dadurch konnte sie den Wandel in der öffentlichen Meinung noch mit erleben – der von den Nazis hingerichtete Widerstandskämpfer ist 2007 in Linz seliggesprochen worden. Vom Weg dieses sturen Bauern, diesen mutigen Mannes, der „Nein“ sagte zu einem verbrecherischen Regime, „Nein“ sagte zu den Massenmördern, handelt auch das Theaterstück von Franz Mitterer, das 2013 in der Josefstadt uraufgeführt wurde. Hier ein kleiner Zusammenschnitt …

Theater in Mettmach spielt das Stück: Franz Jägerstätter – Besser die Hände gefesselt als der Wille

Heuer wird in der Gemeinde Mettmach das Stück von Felix Mitterer von der Spielgemeinschaft aufgeführt – genaue Termine gibt es auf der Homepage des Theaters– inszeniert wird das Stück dort vom Tiroler Regisseur Markus Plattner. Soviel sei gesagt: Hingehen lohnt sich auf jeden Fall!

UPDATE: Wer einen ersten Eindruck von dem aufgeführten Stück in Mettmach haben möchte – kein Problem! Der Sender BTV (Region Innviertel) war dort und hat sich das Stück angesehen. Bis Ende Juli habt ihr noch Gelegenheit diese Inszenierung zu sehen – also nix wie hin!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.