Jirom auf den Philippinen: Frieden bringen ist die Aufgabe

Was hat ein Urwald mit dem JiromLand zu tun? Ganz einfach: da mitten drin ist Andreas, 28 Jahre alt aus unserer Region. Und er versucht dort Frieden zu stiften. Wir freuen uns sehr, dass Andreas für uns regelmäßig (dank Internet) von Land und Leuten und seiner Arbeit erzählt. Vor einigen Tagen ging es los: noch ein schönes Frühstück mit der Familie daheim im Innviertel, dann ab nach München zum Flieger im Auftrag einer internationalen Organisation.

Text & Fotos: Andreas Achatz

Friedensaktivist in den Philippinen

Insegesamt waren es 30 Stunden von Muenchen nach manila. Dort habe ich dann 5 Stunden schlafen koennen und bin dann nochmal 2 Stunden nach Mindanao – General Santos geflogen. Von General Santos hat es dann nochmal 4 Stunden nach Cotabato gedauert. Eine lange Reise aber sie hat sich gelohnt. Es ist bereits das dritte mal fuer mich hier in den Philippinen. Dieses mal ist jedoch ein bisschen anders. Aufgrund meiner neuen Arbeit mit der Internationalen Organisationen ‚Non Violent Peaceforce‘ werde ich in den naechsten Monaten als Unarmed Civillian Peacekeeper (= ausgebildete Friedensfachkraft) arbeiten und meine Zeit auf Mindanao, einer Insel der Phillippinen verbringen. In Mindanao besteht ca seit 1970 ein Konflikt zwischen der Moro Islamic Liberation Front und der Philippinischen Regierung der die Unabhaengigkeit der Moro islamic Liberation Front und ein Teil der Philippinen fordert.

Wenn aus dem Studium Praxis wird

In meinem Studium ‚Frieden und Konflikttransformation‘ hat die Dynamik von Konflikten und wie diese veraendert werden kann eine grosse Rolle gespielt. Im Studium bin ich auf Situationen in Konfliktgebieten gut vorbereitet worden und daher freue ich mich mein Studium und persoenliches Engagement derartig einsetzen zu koennen.

Achatz01_001_4kWir, Alex aus Uganda, Bridgitt aus Canada sind am Montag dem 1 April in Mindanao angekommen und bekommen im Augenblick eine Einschulung in unsere Zukuenftige Aufgabe. Aspekte wie Kulturelle Sensibilitaet, Wissen ueber das Mandat der Organisation, Prinzipien und Strategien von Non Violent Peaceforce sowie Konfliktsensibles arbeiten sind Mittelpunkt dieser drei-woechigen Ausbildung. Die dritte Woche wird in abgelegenen Doerfern statt finden. Ich werde zusammen mit Philippinos und zwei Internationalen zivilen FriedensaktivistenInnen in einem Haus das zur gleichen Zeit Buero ist, wohnen und arbeiten. Danach werde ich meinem eigentlichen Einsatzgebiet zugewiesen.

Konfliktdörfer statt Friedensgemeinde

Die Doerfer in den laendlichen Gebieten sind oft Mittelpunkt von Konflikten. Parteien und Individuen die verschiedene religoese Ansichten, politische perspektiven oder auch nur familieaere Differenzen haben tragen viel zur instabilen Situation hier in Mindanao bei. Die Doerfer und Menschen sind auf Grund von Armut und dem bereits sehr lange andauernden Konflikt sehr gefaehrdet fuer erneute Gewaltausbrueche. Meine Aufgabe als ausgebildete Friedensfachkraft wird sein, durch meine hier Internationale presenz mittles erprobten gewaltfreien Strategien, Menschen und deren Rechte zu schuetzen, Gewalt zu reduzieren bzw. zu verhindern und ein Umfeld zu schaffen in dem lokale Friedensstifter wieder wirken koennen. Dabei handeln wir nur auf Einladung von Doerfern, lokalen Ateuren wie Buergermeister, Dorfbewohnern, Bauern und andere Meinungsfuehrer.

Achatz01_002_4kIch fuehle mich gut vorbereitet von unseren Rollenspielen ueber moegliche Begegnungen mit Militaers, lokalen Interessensgruppen und etwaige Verhandlungen. Zur Zeit fuehle ich mich sehr sicher hier in Cotabato. Jedoch kommt es mir sehr eigenartig vor dass man an diesem Ort der so friedvoll und idyllisch wirkt so viel Gewalt, Feindschaft und Zerstoerung vorfindet. Daran lerne ich zu schaetzen was ich an unserem schoenen Friedensdorf, und auch an Oesterreich vermisse.

Ich freue mich sehr mit bekannten und auch nicht-bekannten von daheim und darueberhinaus in Kontakt zu sein. Dieser Kontakt hilft mir wenn ich abgeschieden von allem bekannten bin. Falls interesse besteht freue ich mich auf Fragen und Kommentare die ihr mir gerne auf andreas@achatz.at schreiben koennt. Falls ihr Lust habt meinen Blog – der in Englischer Sprache geschrieben ist – zu lesen dann ist hier der Link dazu: www.andreas.achatz.at

Alles liebe und liebe Gruesse aus den Philippinen.

Andreas

Anmerkung der Jirom-Redaktion: Habt ihr Fragen an Andreas, interessiert euch ein Aspekt des Landes oder seiner Arbeit ganz besonders? Dann könnt ihr im direkt per Mail schreiben oder wir leiten eure Fragen weiter. Schreibt uns an jiromlive@jiromlive.at.

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