Studenten-Tagebuch: Praktikum im Silicon Valley Teil 2 oder „Das geteilte Tal“

Seit mittlerweile zwei Monaten absolviert unser Student Stefan Achleitner, sein Praktikum bei der Firma Ericsson im Silicon Valley (USA). Neben vielen spannenden Erlebnissen bei seiner Arbeit, kam er auch schon öfter bei Google vorbei. Hier macht gerade ein Freund von ihm ein Praktikum. In einem Wort: beeindruckend. Allerdings hat Stefan auch schon eine gesellschaftliche Erkenntnis von Silicon Valley gewonnen – und die ist … naja sagen wir mal: nicht ganz so „beeindruckend“ …

Text & Fotos: Stefan Achleitner

Seit ca. 2 Monaten bin ich nun schon im Silicon Valley. Die Zeit hier ist spannend und ich lerne viele interessante Menschen kennen. Ein Kollege und guter Freund von meiner Uni in Pennsylvania macht gerade ein Praktikum bei Google, das nur etwa 15 Minuten mit dem Auto von meinem Arbeitsplatz entfernt ist.Praktikum Silicon Valley
Ich hab ihn dort schon öfters besucht und er hat mir den Campus, der Googleplex genannt wird, gezeigt. Google ist natürlich beeindruckend und die Erwartungshaltung, die man vom Google Campus hat, ist sehr hoch, da die Firma ständig in den Medien präsent ist. Der Campus von Google wirkt sehr ähnlich wie ein Uni Campus, oft sogar etwas verspielt, da überall bunte Fahrräder herumstehen und es in den Bürogebäuden Rutschen und Bällchenbäder gibt.
Essen und Getränke sind am Google Campus gratis, die Mitarbeiter dürfen auch einmal pro Woche einen Gast zum Essen mitbringen. Andere Services wie Massagen oder Friseur gibt es zwar am Campus, diese sind aber auch für die Mitarbeiter kostenpflichtig.
Was mich ein bisschen überrascht hat ist, dass in manchen Büros bei Google während das Arbeitstages auch Alkohol ausgeschenkt wird. Ein Glas Whisky neben der Arbeit macht vermutlich kreativer ;-)!

Praktikum im Silicon Valley – nicht alles ist toll hier!

Praktikum Silicon ValleyMit seinen vielen Möglichkeiten ist Silicon Valley sicher einer der besten Orte, um als Informatiker oder allgemein als Techniker und Naturwissenschaftler zu arbeiten. Mir fällt aber immer mehr auf, dass die Gesellschaft hier geteilt ist: in Leute die in der Tech-Industrie arbeiten und in die “normalen” Leute. Vor allem “Uber Fahrer” (Uber ist ein Taxi Start-Up) erzählen hin und wieder, dass es hier schwer ist von einem normalen Gehalt zu leben und sie oft 15 Stunden am Tag fahren.
Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Kaufpreis für ein kleines Haus hier bei mindestens $800.000 liegt. Die Durchschnittsmiete für ein Zimmer (!) ist ca. $2.400 im Monat. Das macht Silicon Valley zu einer der teuersten Gegenden der Welt. Arbeitet man in der Tech Industrie verdient man sehr gut. Für Leute mit normalen Jobs ist das Leben hier aber fast nicht mehr leistbar.
Das spaltet natürlich die Gesellschaft. Wenn mich “Uber Fahrer” fragen was ich arbeite und ich sage, dass ich in Informatik promoviere, erkennt man an der Reaktion, dass sie sich vermutlich sowas wie “Aha, du bist also einer von diesen Tech-Leuten” denken.

(Der Autor Stefan Achleitner ist gebürtiger Innviertler und studiert seit ca. 2 Jahren in den USA) 

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